Warum Sie die Sandwich-Methode für Feedback getrost in der Brotbox lassen sollten …

Im Berufsalltag, vor allem bei Jahres- oder Halbjahresgesprächen wird sie noch immer gerne genutzt: die Sandwich-Methode. Der Vorgesetzte verpackt die Kritik an einem Mitarbeiter zwischen zwei Loben. Die Absicht dahinter ist ehrenwert: der Chef möchte seinen Mitarbeiter nicht vor den Kopf stoßen, ihn weiterhin motivieren.

Motivation geht anders

Sandwich-Methode

Untersuchungen zeigen allerdings, dass die Sandwich-Methode oft alles andere als motiviert. Heerscharen von Angestellten sind mittlerweile auf die Sandwich-Methode konditioniert wie Pawlowsche Hunde. Hören Sie ein Lob, gehen Sie in Hab-Acht-Stellung, ziehen den Kopf ein und warten auf die Klatsche. Das nachfolgende Lob wird wie das Eröffnungslob gar nicht mehr wahrgenommen,
beide enden als labbrige Sandwichscheiben.

„Piep-piep-piep, wir haben uns alle lieb“?

Aber was können Sie stattdessen tun? Mit dem Motto „Piep-piep-piep, wir haben uns alle lieb“ lässt sich weder ein Unternehmen noch eine Abteilung führen. Wenn etwas nicht rund läuft, muss das geäußert werden können, sonst gibt es kein Wachstum, keine Weiterentwicklung.

Die Lösung ist denkbar einfach:

1. Kritisieren Sie nicht, sondern geben Sie eine Rückmeldung
Der Unterschied zwischen einer Kritik und einer Rückmeldung ist klein aber fein. Kritik findet von oben herab statt, eine Rückmeldung auf Augenhöhe. Das ist sinnvoll, da wir Menschen auf Dominanzstrategien recht allergisch reagieren. Erhalten wir eine

Rückmeldung auf Augenhöhe, können wir diese viel eher annehmen.
Eine Rückmeldung beinhaltet, welche von Ihren Bedürfnissen durch ein bestimmtes Verhalten oder Tun Ihres Mitarbeiters nicht erfüllt waren oder sind.

2. Wertschätzen Sie statt zu Loben
Auch zwischen Wertschätzung und Lob gibt es den kleinen aber entscheidenden Unterschied: die Augenhöhe. Ein schulterklopfendes Urteil kann eher ein Augenrollen als eine Motivation bewirken. Eine Wertschätzung dagegen ist Balsam für die Seele. Wie Sie wertschätzen? Benennen Sie das Bedürfnis, dass der Mitarbeiter Ihnen erfüllt hat. Statt „Herr Mayer, das war eine sehr gute Präsentation.“ könnte eine Wertschätzung wie folgt lauten: „Herr Mayer, Sie haben den Kunden mit Ihrer Präsentation beeindruckt. Ich schätze unsere gemeinsamen Kundentermine, weil ich mich voll auf Sie verlassen kann und mich ganz meiner eigenen Aufgabe widmen kann. Vielen Dank!“ Finden Sie Ihre eigenen Worte – Authentizität ist bei einer Wertschätzung das A und O.

3. Trennen Sie Rückmeldung von Wertschätzung
Nur wenn Sie auch unabhängig von der Rückmeldung ihrem Mitarbeiter sagen, dass bestimmte Dinge bei ihm gut laufen, wird er diese Wertschätzung auch wahrnehmen können. Also, vergessen Sie labbrige Sandwiches und begegnen Sie Ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe. Das schafft Vertrauen und ist die allerbeste Motivation.