Flugkapitänin Andrea Amberge und Stefanie Beltz von der empathiewerkstatt beim Führungseinblick der Stadt Nürnberg

Führungskraft werden: Was gute Führung vom Cockpit lernen kann

Wer Führungskraft werden möchte, stellt sich viele Fragen. Bin ich bereit für die Verantwortung? Wie gehe ich mit Widerstand um? Und wie führe ich Menschen so, dass sie gerne mitgehen? Genau diesen Fragen sind wir am 15. September 2026 gemeinsam mit Flugkapitänin Andrea Amberge nachgegangen: im Rahmen der Reihe „Führungseinblick“ der Stadt Nürnberg und im besonderen Ambiente des Schönen Saals.

Führungseinblick der Stadt Nürnberg: Impulsworkshop im Schönen Saal

Bereits zum wiederholten Mal durften wir als empathiewerkstatt gemeinsam mit Andrea Amberge einen Impulsworkshop in dieser Reihe gestalten. Er richtete sich an Menschen, die sich für eine Führungsrolle interessieren und wissen möchten, worauf es dabei ankommt. Das Format verbindet kurze Impulse mit viel Raum für Fragen, Austausch und lebendige Diskussionen. Stefanie Beltz von der empathiewerkstatt gestaltete den Workshop gemeinsam mit Andrea Amberge.

Holzvertäfelung, Kassettendecke, Tageslicht: Der Schöne Saal bot einen Rahmen, in dem gute Gespräche fast von selbst entstehen.

Andrea Amberge: eine der ersten Flugkapitäninnen Deutschlands

Andrea Amberge ist Flugkapitänin, Hubschrauberpilotin und Fluglehrerin. Mitarbeiterführung und fachliche Disziplin gehören für sie seit vielen Jahren zum Alltag, im Cockpit ebenso wie in ihren früheren beruflichen Stationen.

Andrea Amberge: eine der ersten Flugkapitäninnen Deutschlands

„Ein Flug ist für mich jedes Mal ein komplettes Projekt von A nach B.“ Andrea Amberge

Damit dieses Projekt gelingt, reicht der Wille der Kapitänin allein nicht aus. Es braucht ein Team. Andrea Amberge fragt die Stimmung in der Crew ab, achtet auf die Fluggäste und begegnet jedem Teammitglied aufmerksam, unabhängig von der Hierarchiestufe. Ihr Beispiel ist so einfach wie eindrücklich: Wer vor dem Start den Betanker anschreit, schadet beiden und dem ganzen Flug.

Am Beispiel eines Fluges lässt sich beinahe jede Führungs- und Teamsituation greifbar schildern. Und sie lässt sich direkt in den eigenen Arbeitsalltag übersetzen.

Vier Impulse für alle, die Führungskraft werden möchten

1. Mut machen: Verantwortung und neue Aufgaben übernehmen
Der erste Schritt in eine Führungsrolle fühlt sich selten perfekt vorbereitet an. Wer Verantwortung übernimmt, wächst mit der Aufgabe. Mut entsteht oft erst im Tun, und er wächst mit jeder Erfahrung.

2. Gegenwind gehört dazu
Jede Führungskraft erlebt Phasen, in denen Entscheidungen auf Widerstand stoßen. In der Luftfahrt ist Gegenwind eine feste Größe in der Flugplanung. Für Führung heißt das: Widerstand einplanen, ruhig bleiben, Kurs halten und bei Bedarf nachsteuern.

3. Stimmung wahrnehmen: empathische Führung im Alltag
Andrea Amberge fragt ab, wie es ihrem Team geht, bevor es losgeht. Wer als Führungskraft Stimmungen wahrnimmt und Menschen auf allen Ebenen ernst nimmt, schafft Offenheit. In einem offenen Klima sprechen Menschen Probleme früh an. So wird Empathie zur Grundlage für gute Entscheidungen und verlässliche Leistung.

4. Dranbleiben: Durchhalten lohnt sich
Andrea Amberges Weg ins Cockpit führte über Umwege: von der Bankkauffrau über die Leitung einer Arztpraxis bis zur Flugkapitänin. Jede Etappe verlangte neues Lernen und einen langen Atem.

Für angehende Führungskräfte gilt dasselbe. Die ersten Monate in einer Führungsrolle sind oft anstrengend, Vertrauen im Team wächst Schritt für Schritt, und Veränderungen zeigen ihre Wirkung selten sofort. Wer dranbleibt, aus Rückschlägen lernt und sich Unterstützung holt, gewinnt mit jeder Etappe an Sicherheit. Andrea Amberges Botschaft ist eindeutig: Durchhalten lohnt sich.

Warum Empathie in der Führung zum Leistungsfaktor wird

Was Andrea Amberge aus dem Cockpit berichtet, deckt sich mit der aktuellen Diskussion in der Managementliteratur. Der Harvard Business Manager beschreibt Empathie in seiner Ausgabe 8/2026 als unverzichtbare Kompetenz für moderne Führungskräfte. Diesem Zusammenhang widmet sich auch unser Buch „Performance trotz Empathie“ (Kohlhammer Verlag, 2025): Es zeigt, wie empathische Führung und Leistung zusammenwirken.

Ihr nächster Schritt in die Führungsrolle

Sie möchten Führungskraft werden oder begleiten Nachwuchsführungskräfte in Ihrer Organisation? Wir unterstützen Sie mit Führungskräftecoaching, Impulsworkshops und unserer Masterclass „Leadership Performance Unlocked“. Gerne entwickeln wir auch ein Impulsformat mit Andrea Amberge für Ihr Unternehmen.

Herzlichen Dank an die Stadt Nürnberg für die erneute Einladung und an alle Teilnehmenden für den offenen und inspirierenden Austausch.

Häufige Fragen zu empathischer Führung/FAQ

Empathie lässt sich als Technik trainieren und situativ einsetzen. Wir verstehen sie als Haltung, weil Mitarbeitende sehr genau wahrnehmen, ob Zuwendung an eine günstige Gelegenheit geknüpft ist. Eine Haltung wirkt unabhängig von der wirtschaftlichen Lage und schafft dadurch Verlässlichkeit.

Selbstempathie ist der Klärungsprozess, in dem eine Führungskraft die eigenen Gefühle und Bedürfnisse erkennt, bevor sie in ein Gespräch geht. Sie ist besonders im mittleren Management relevant, wo Anforderungen von oben und Erwartungen des Teams gleichzeitig auf eine Person treffen.

Aus unserer Sicht gehören beide zusammen und sind gleichrangig. Klarheit bedeutet, das eigene Anliegen konkret und aufrichtig auszusprechen. Empathie bedeutet, die Perspektive des Gegenübers einzunehmen. Gespräche, in denen beides vorkommt, führen erfahrungsgemäß zu tragfähigeren Ergebnissen.

Ja. Empathie ist keine Einbahnstraße. Führungskräfte stehen unter Druck und brauchen ebenfalls Räume, in denen ihre Gefühle und Bedürfnisse gehört werden. Fehlen diese Räume, wird empathische Führung auf Dauer schwer durchzuhalten.

In 15 Minuten wissen Sie,
ob wir zusammenpassen

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