Was ist das Team Management Profil – in drei Sätzen

Das TMP ist eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Instrumente für Team- und Personalentwicklung. Es basiert auf 60 Fragen und misst vier Dimensionen der Arbeitspräferenzen: Beziehungen, Information, Entscheidungen und Organisation. Daraus ergibt sich eine Hauptrolle auf dem Team Management Rad nach Margerison-McCann – einer von acht Teamrollen, die zusammen ein abbilden.

Und die Linking Skills?

Im Zentrum des Rades stehen die Linking Skills – das Verbinden. Sie beschreiben, wie unterschiedliche Arbeitsstile aktiv zusammengeführt werden: u.a. durch Kommunikation, klare Rollenverteilung und bewusste Führung. Teamentwicklung heißt, die Linking Skills ein- und umzusetzen.

Diese Reihe

In den folgenden Beiträgen stellen wir alle acht Rollen vor – nah am Alltag, aus der Ich-Perspektive, mit fiktiven Namen. Und mit einem Perspektivwechsel: Wie erleben die Kolleginnen und Kollegen diese Rolle von außen? Erkennst du jemanden? Vielleicht dich selbst?

Heute: Tom | TMS-Teamrolle: auswählender Entwickler

Wenn Jonas mit einer neuen Idee reinkommt – und das passiert ja regelmäßig – dann bin ich derjenige, der fragt: Aber funktioniert das auch wirklich? Ich prüfe gerne die Machbarkeit, vergleiche Alternativen und entwickle Konzepte weiter. Von der groben Idee zum durchdachten Ansatz, den man tatsächlich umsetzen kann. Ich arbeite gerne an der Schnittstelle zwischen Vision und Realität. Ich finde Stefanies kreative Impulse und Jonas’ Begeisterung wirklich wertvoll – gleichzeitig möchte ich wissen, was davon in der Praxis trägt. Dafür analysiere ich, teste Annahmen und schaue mir mehrere Optionen an, bevor ich eine Empfehlung gebe.

Ich mache mir keine Freunde damit, wenn ich nach einer feurigen Präsentation von Jonas sage: Klingt spannend – aber haben wir die Ressourcen dafür? Und was passiert, wenn Szenario B eintritt? Aber genau das ist mein Job. Ich stelle die richtigen Fragen, bevor das Team zu weit in eine Richtung läuft, die sich später als Sackgasse erweist.

Was manche als Konservativismus lesen, ist für mich Verantwortungsbewusstsein. Wenn Jonas wieder ein neues System einführen will, frage ich: Was haben wir bisher gut gemacht, dass wir dabei nicht verlieren sollten? Nicht um Jonas zu bremsen, sondern weil sowohl Kontinuität als auch Veränderung wichtig sind und sich ergänzen sollten.

Perspektivwechsel: So erleben wir Tom im Team

Tom ist derjenige, der Ideen nicht killt – sondern testet. Das ist ein wichtiger Unterschied, den wir im Eifer des Gefechts manchmal vergessen. Wenn er nach einer Präsentation von Jonas seine Fragen stellt, klingt das manchmal wie Bremsen. Aber meistens hat er eine Schwachstelle gefunden, die wir lieber jetzt kennen als drei Monate später.

Was manchmal anstrengend ist:

Tom braucht Zeit für seine Analyse und gibt selten vorschnell grünes Licht. In schnellen Projekten, wo Mia schon den Zeitplan aufgestellt hat, kann das zur Quelle echter Spannung werden.

Die Frage ist dann:

Wie viel Prüfung ist hier wirklich nötig – und wann kostet weiteres Abwägen mehr, als es bringt? Ohne Tom würde das Team öfter in Sackgassen laufen – begeistert und gut gemeint, aber schlecht durchdacht. Er baut die Brücke zwischen Idee und Realität. Und das ist handwerklich anspruchsvoller, als es klingt.

Es geht nicht um richtig oder falsch: Alle 8 Teamrollen sind wesentlich für den Erfolg des Teams.

Im nächsten Blogartikel:

Mia, die zielstrebige Organisatorin. Eine Frau Anfang 30 steht vor einem physischen Projektboard oder Wandkalender und zeigt auf eine Zeitachse oder ein Haftnotiz. Selbstbewusste, aufrechte Körperhaltung. Sie befindet sich möglicherweise in einem kurzen Gespräch mit einer weiteren Person (unscharf). Das Board zeigt handgeschriebene Zeitpläne und farbcodierte Notizen. Ihre Teamrolle ist zielstrebige Organisatorin.