Sei doch einfach mal empathisch: jetzt, wo Krise ist!

Da habe ich gerade einen Artikel gelesen, indem es darum ging, dass gerade jetzt in der Krise Führungskräfte ihren Mitarbeitenden empathisch begegnen sollten. Denn wir haben ja jetzt alle unsere besonderen Herausforderungen: Home Office und soziale Distanz, es fehlt der persönliche Austausch und der kollegiale Plausch beim Kaffee trinken. Dabei ist mir ein Rätsel, wie das jemand, der sich bislang nicht als besonders empathisch hervor getan hat, so einfach hinbekommen soll. Aber wie sagte schon der Dalai Lama als er gefragt wurde wie man ganz schnell Erleuchtung erlangt: „Am besten gehen Sie zum Arzt und lassen sich eine Spritze geben.“

Gerade keine Empathie-Spritze zur Hand?

Wer nun allerdings gerade keinen Arzt zur Stelle hat, der die Empathie-Spritze setzt, braucht auch nicht gleich verzweifeln. Denn aus unserer Sicht kann man Empathie ja tatsächlich lernen. Allerdings nicht in einem Crashkurs und auch nicht mit dem Hintergedanken, als Führungskraft erfolgreich zu sein.

In unserem Konzept der wertschätzenden Kommunikation, dessen wesentlicher Kern die Empathie ist, ist der entscheidende Punkt die innere Haltung.

Die gute Nachricht: Empathie kann man lernen!

Die Frage ist: Bin ich bereit meine Mitmenschen, Mitarbeiter, Kollegen erst einmal zu verstehen, ohne sie zu beurteilen, zu bewerten oder ihnen Vorwürfe zu machen? Erst wenn ich das bejahe und wirklich lebe, kann ich anderen Menschen gegenüber empathisch sein. Kann Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen. Und am besten beginne ich da zuerst bei mir selbst und verstehe, was bei mir gerade los ist. Da alle Menschen weltweit die gleichen Bedürfnisse haben, wie z.B. das Bedürfnis nach Anerkennung, Wertschätzung, Sicherheit, Unterstützung, Leichtigkeit, Gemeinschaft oder Identität, hilft mir es mir meine eigenen Bedürfnisse zu kennen. Dann kann ich auch die Bedürfnisse anderer Menschen verstehen. Weil ich sie ja schon von mir selber kenne.

Wissen Sie denn eigentlich, worum es Ihnen wirklich geht?

Wenn ich also meine Bedürfnisse kenne, weiß, was ich brauche und was mir wichtig ist, dann kann ich mich anderen gegenüber auch authentisch und klar ausdrücken. Ich sorge dafür, meine Bedürfnisse zu erfüllen. Und wenn Beides gelingt, nämlich für mich selbst einzustehen und gleichzeitig zu berücksichtigen, was den anderen wichtig ist, dann entsteht Verbindung, Verständigung und Konflikte lassen sich frühzeitig lösen.

Das gilt in allen Lebensbereichen, egal ob in der Beziehung zu meinem Mitarbeitenden, zu Kollegen oder den Vorgesetzten. Denn erstaunlicherweise sind auch Vorgesetzte tatsächlich Menschen und brauchen Empathie. Ehrlich! 😉