Was ist das Team Management Profil – in drei Sätzen
Das TMP ist eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Instrumente für Team- und Personalentwicklung. Es basiert auf 60 Fragen und misst vier Dimensionen der Arbeitspräferenzen: Beziehungen, Information, Entscheidungen und Organisation. Daraus ergibt sich eine Hauptrolle auf dem Team Management Rad nach Margerison-McCann – einer von acht Teamrollen, die zusammen ein abbilden.
Und die Linking Skills?
Im Zentrum des Rades stehen die Linking Skills – das Verbinden. Sie beschreiben, wie unterschiedliche Arbeitsstile aktiv zusammengeführt werden: u.a. durch Kommunikation, klare Rollenverteilung und bewusste Führung. Teamentwicklung heißt, die Linking Skills ein- und umzusetzen.
Diese Reihe
In den folgenden Beiträgen stellen wir alle acht Rollen vor – nah am Alltag, aus der Ich-Perspektive, mit fiktiven Namen. Und mit einem Perspektivwechsel: Wie erleben die Kolleginnen und Kollegen diese Rolle von außen? Erkennst du jemanden? Vielleicht dich selbst?
Heute: Sara | TMS-Teamrolle: informierter Berater
Bevor ich eine Meinung äußere, möchte ich alle relevanten Informationen haben. Ich sammle Daten, lese Studien, befrage Kolleginnen und Kollegen und schaue mir verschiedene Perspektiven an. Dann – und erst dann – teile ich meine Einschätzung. Und die ist fundiert.
Im Team bin ich oft die Wissensquelle. Andere kommen zu mir, wenn sie eine Entscheidung treffen müssen und sich nicht sicher sind. Ich gebe dann einen Überblick, zeige Vor- und Nachteile auf und lasse das Gegenüber selbst entscheiden. Ich will nicht drängen. Ich will aufklären.
Was mich manchmal nervt:
Wenn Mia schon losläuft, obwohl wir die halbe Faktenlage noch gar nicht analysiert haben. Oder wenn Jonas aus dem Bauch heraus entscheidet, ohne sich anzuschauen, was die Daten sagen. Ich habe die Recherche gemacht – und ich wünsche mir, dass sie auch genutzt wird. Wichtige Entscheidungen brauchen fundierte Grundlagen. Manchmal werde ich als zögerlich wahrgenommen. Aber ich bin nicht zögerlich – ich bin gründlich. Und wenn ich Stefanie oder Jonas nach einer Diskussion mit gut aufbereiteten Informationen versorge, sehe ich, was dann möglich wird. Das ist mein Beitrag: das Fundament legen, auf dem gute Entscheidungen entstehen.
Perspektivwechsel: So erleben wir Sara im Team
Sara ist die Person, bei der ich anrufe, bevor eine wichtige Entscheidung fällt. Nicht weil ich keine eigene Meinung hätte – sondern weil ich weiß, dass sie die Hintergründe kennt, die ich noch nicht auf dem Radar habe. Als informierter Berater ist Ihr Urteil ist selten spontan, aber immer durchdacht. Das schätze ich sehr. Was manchmal Geduld erfordert: Sara braucht Zeit. Wenn Jonas eine Idee ins Meeting wirft und wir eigentlich gleich entscheiden wollen, ist Sara noch dabei, die Implikationen zu durchdenken. Das bremst den Schwung – aber meistens hat sie einen Punkt, den wir sonst übersehen hätten. Wenn wir uns diese Zeit nehmen, treffen wir bessere Entscheidungen. Ohne Sara im Team würden wir öfter auf der Basis halber Informationen entscheiden. Sie ist unsere Qualitätssicherung für Entscheidungen.
Es geht nicht um richtig oder falsch: Alle 8 Teamrollen sind wesentlich für den Erfolg des Teams.
Im nächsten Blogartikel:
Stefanie, die kreative Innovatorin. 
